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ELB-CUP 2009: Frischer Wind an Hamburgs Elbe

Geschrieben von Chrischi am . Veröffentlicht in News

Hamburg und sein Sportteam haben sich gründlich vorbereitet und nicht nur für ein gelungenes Freundschaftsturnier, sondern auch für strahlendes Wetter gesorgt. Die Vorbereitungen standen unter buchstäblichen Tiefdruckeinfluss - da die Wolken drohten, nicht pünktlich zum Wochenende zu verschwinden, stellte der vereinseigene Wetterwart vorher noch ein paar kräftige Ventilatoren auf den Deich, so dass alles schlechte Wetter weggeblasen wurde. In letzter Minute erreichte der Sonnenschein unsere schöne Hansestadt und sorgte für die schönste Rahmenbedingung: Sonne satt im Freibad!

Ein paar befreundete Gäste sind aufgrund des Brückentages schon mal früher vorbeigekommen, zwar nicht unbedingt, um sich Michel, Fischmarkt und Co. anzugucken, wohl aber um Kneipp und Wellnessmethoden der Stadt kennen zulernen. Mit ein paar nassen Katzen und Aqua Fits mit unaussprechlichen Namen unterm Arm begab man sich auf das eigentliche Vereinsgelände in Overwerder. Am Freitag konnte man sich schon schüchtern aus der Ferne beschnuppern. Das Hüttendorf wurde bevölkert, Zelt und Hering wurden auf harte Proben gestellt. Selbst unsere Elbe war neugierig auf die Gäste und schaute bei Hochwasser kurz mal vorbei.

Samstag in aller Frühe begann der Aufbautrupp unter Paddys Leitung, das Bad zu präparieren. Hier ein Zelt, da die Bänke und flugs noch die Bademeister eingesperrt. Fleissige Helferinnen kamen mit Bergen von Kuchen und Stullen (ja, dass sagt man hier oben so). Das Verpflegungszelt war von früh bis spät unter Beschuss. Das Protokoll war warm geschrieben, die ersten Spieler hatten sich warm gepasst - es konnte losgehen. Die gemütlichen Liegeplätze wurden nach und nach besetzt und das Bad wurde umdekoriert.

Am Abend lud das Sportteam zum gemeinsamen Grill ein, doch das war nur eine unter vielen Optionen. Das Animationsprogramm lud zum Tischtennisturnier mit einem weiblichen Profi, die trotz der komplizierten Motorik dieses Sports in grauem Rock und spitzen Stiefeln antrat. Zwei Wege weiter wurde mit oder ohne Oberbekleidung in der immer noch aufgelaufenen Elbe gekickt. Wer wollte, konnte sich von Berlin massieren lassen oder mit Neuss über den Sinn des Lebens diskutieren. Saarbrücken übte sich im Witzeerzählen - ich komme darauf später noch zurück. Und das Sportteam kurbelte schon mal die Party Location warm. Doch die meisten der Gäste ließen sich für einen Grillsnack an Tisch und Bänken nieder und genoss die letzten Sonnenstrahlen.

Sobald es endlich dunkel war, waren auch alle Mann in Partystimmung und der Festsaal wurde auf Tauglichkeit geprüft. Zwei Damen mit gewisser Neugier mussten sich an Jumpstyle versuchen (und das Argument "zu alt dafür" nicht gelten lassen!)- das ist wohl das monotonste Herumgehoppel, welches ich bis dato gesehen und getanzt habe - viele tanzten, wenig berührt von so viel neumodischen Krams, stur ihren Discofox durch den Saal. Wer vor soviel Dynamik frische Luft schnappen musste, dem bot Saarbrücken, jetzt so richtig heißgelaufen, blühende Witzlandschaften. Allerdings musste man viel Geduld mitbringen, um nicht den springenden Punkt zu verpassen.

Mich beschäftigte derweil die Frage: Warum sind Astraknollen (ja, so heißen die Dinger hier!) dunkel? - ist es wegen der beinhalteten lichtemfindlichen Vitamine oder damit man den Füllstand nicht so leicht erkennen kann?

Der Abend mit seinen Erinnerungen lief langsam wie eine Sanduhr aus, insbesondere die Erinnerungen wurden immer lückenhafter - + -Mangels Tischen wurde eine zeitlang auf Stühlen (?!) getanzt - + - später auf dem Boden in einem imaginären Boot - dann tanzten zwei Scherbenfeger zu allzu wörtlich genommenen "Moskau, Moskau..." mit ihren Besen um die Wette, zumindest bei der einen dachte man, dass sie ohne weiteres auf ihrem Besen hinaus fliegen würde - + - und irgendwann war es sowieso egal, zu wem die Hüfte gehörte, die mit einem das Tanzbein schwang - + - um Mitternacht wurde zum Geburtstags des Torhüters aus Neuss (Wer kennt ihn nicht?!) angestossen, wonach der DJ es für lustig hielt, "Verdamp lang her" von BAP zu schmettern - + - und ob die beiden, die mir ihre Getränke zum Festhalten in die Hand drückten, diese Nacht aus dem dunklen Gebüsch auch wieder zurückkehren würden, stand auch in den Sternen. - + - Stranz, warst das eigentlich Du, der zu Marius das Zottelmonster gegeben hat? Jetzt braucht's wegen aufkommender Hitze erst einmal eine Nase voll Frischluft!

Während draußen Saarbücken endlich der Pointe auf der Spur war, musste man sich entscheiden: Bett oder Durchhalten? Jeder kennt den Spruch: Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Beim Sportteam heißt es für gewöhnlich. Wer gut spielt, der darf auch feiern. Ich war also schon unterwegs zum Bus in die Heia.

Toll, die Party war ein Hammer! Und der nächste Tag nicht mehr weit, im Gegensatz zum Parkplatz - der Hinweg war irgendwie auch anders als der Rückweg. Das Frühstück am nächsten Morgen fiel, wie doch so oft, schmerzlich früh aus, nach einem Blick in freundlich amüsierten Gesichter noch einmal schnell nachdenken: Darüber, ob man gestern zu irgendeiner Zeit unangebracht unbekleidet erschienen ist - oder ob da auf dem Rückweg irgendein Malheur passiert ist, welches man erfolgreich verdrängt hat? - Sah das Bett heute Morgen genauso aus, wie beim Einzug, oder hat man sich in der Tür verirrt? -

Einfach nichts anmerken lassen. Bloß keinen Fehler machen, Teller, Brötchen, Kaffee, es ist nicht das Schlechteste, es morgens EILIG zum Spiel zu haben. 20 Minuten später im Geesthachter Freibad.

Erneut lachte die Sonne mit uns und schnell schon waren die ersten Spiele um. Am Sonntag ging es um die Platzierungen, deswegen warteten alle mit Spannung auf die Mannschaftspaare (dieses Wort ist missverständlich) also wer auf wen treffen würde. Im Finale kämpften die Lauterner Damen gegen den ETV und verpassten den Sieg schmerzlich. Bei den Herren kämpften Gut Heil Billstedt gegen Elmshorn und machte es noch einmal richtig spannend. Am Ende gab es keine langen Gesichter, nur ein etwas angeschlagenes war dabei.

Einige Gäste haben tagsüber sicher das sanfte tiefe Brummen dem nahegelegenen Kernkraftwerk zugeschrieben - doch weit gefehlt - manchmal rumpeln vereinzelte Schuten die Elbe hinauf.

Die Siegerehrung war schnell vorbereitet und es wurde den Streitern gebührend feierlich zugejubelt. Der Elbcup war ein großer Erfolg, auch wenn einige Gäste eine verdammt lange Anreise auf sich genommen haben - ihr habt unser Turnier bereichert und wir danken Euch dafür! Vielen Dank für die vielen helfenden Hände aus eigenen Reihen, die im Hintergrund agierten und nix von den Lorbeeren der Siegerehrung sehen und hören konnten.

Wir sind uns sicher, dass wenn es nächstes Jahr wieder so eine steife Brise hat, es alle Gäste wieder hier herauf pustet und wir wieder so ein tolles Turnier gestalten können!

An alle Wasserballer! LET'S ROCK!!

 

Liebe Grüße
Chrischi