Drucken

Der ELB-CUP 2010 mit Sommer, Eis und Sonnenschein!

Geschrieben von Chrischi am . Veröffentlicht in News

Das es durchaus auch kräftigen Regen hier oben gibt und auch mal dichter Nebel unsere norddeutsche Perle verhüllt – das kennen unsere Gäste nur vom Hörensagen. Die Hansestadt präsentierte sich, den fiesen Winter abgeschüttelt, mit Wüstenklima und Sommerfreuden selbst den schon früh angereisten Brückentaggenießern. Unsere Gäste schienen außerordentlich beeindruckt von diesem Szenario und glaubt uns: Wir waren auch überrascht von so viel Licht und Wärme. Odin gelang es derweil, die Wolken vier Tage lang aufzuhalten - bis es Montag endlich wieder regnen durfte. 

 

Den Norddeutschen stört das nicht. Der Norddeutsche bekommt bei Praktiker 20% auf alles. Auch auf Tiernahrung!

 

Das Sportteam lud zum Spaßturnier und alle kamen sie. Schlach Zehn standen die Zelte, die Taschen geordnet, die Protokollbleistifte geschärft und mit spitzen Fingern das allererste Mal die olle 200xer-Sonnencreme-Tube aus ihrem dunklen Versteck gezogen. Es konnte angepfiffen werden. Da Männer mit ungewohnten Gewässern Warmlaufschwierigkeiten haben - schickten sie erst Frauen und Kinder vor. Naja, die Kinder folgten nicht, so spielten die ganz neu gefundenen Burgfräuleins auf und gewannen ihr erstes Spiel ganz souverän. Das Wasser war wie versprochen angeheizt und nach den erfrischenden Ligaspielen im Tauchbecken des Kaifu-Freibades kam gute Laune auf. Auch die Gäste begrüßten diesen Zustand deutlich.

 

Der Norddeutsche kann in gefrorenem Wasser baden gehen!

  

Die Kuchentheke und damit die Erstversorgungsstation bewaffnete sich und legte alles Gute für den Ansturm bereit, während die Mannschaften sich nach und nach am Beckenrand postierten. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen des Sonnentages verlangten nach viel nackter Haut und so bot das Turnier nicht nur tollen Wasserball sondern auch die komplette Palette an Strandbekleidung Frühjahr/Sommer2010. Noch bereitete es auch den Sportlern keine Mühe, gegen das Licht zu gucken, was sich mit viel Sonne und Chlorwasser zu einem angestrengten Blinzeln verkniff - doof, weil macht hässliche weiße Falten im Gesicht. Die Spiele zogen sich diszipliniert an einer Schnur entlang - von ein paar Knoten während der Schöneberg Spiele abgesehen, lief alles unverhofft rund. Kein querulanter Bademeister, keine allzu anstrengenden Badegäste, keine Wolke am Himmel und keine boshaften Spielzüge - das Turnier sollte ganz fair bleiben und sowohl Männer als auch Frauen lachten ihre Gegner an, sobald das Spiel vorbei war. So hat sich das Sportteam das gewünscht!

  

Der Norddeutsche bringt beim Zwiebelschneiden die Zwiebeln zum Heulen.

 

Das Sportteam verpasste am Ende das Herrenfinale nur knapp und überließ ein wenig traurig den Herren vom GHB und den Freunden des KSK das spannende Finale.

Damit das Turnier auch dem Anspruch der Gerechtigkeit im Becken gewahr wurde, nutzten die Hamburger Schiris das Turnier für eine Fortbildung, es blieb den Herren also nicht wirklich viel verborgen. Die Mannschaften spielten alle auf einem sehr ähnlichen Niveau, was jeden motivierte, um jeden Ball zu kämpfen und es wurde auch keine Mannschaft gnadenlos unter den Tisch gespielt, wie so oft auf anderen Turnieren erlebt. Manche Mannschaft war von soviel Sonne und den anstrengenden Spielen so erschlagen, dass unter den schattenspendenden Zelten direkt auf dem Rasen geschlummert wurde.

 

Der Norddeutsche mäht seinen Rasen nicht, er verbietet dem Gras zu wachsen.

 

Am Abend waren alle Gäste wie bestellt k.o. und sehr sehr hungrig. Die Grillinsel wurde gestürmt und auch die brandneu eröffnete Salatbar hielt nicht allzu lange mit. Also zusammengefasst: Der Kuchen war schnell abgefrühstückt und der Salat war auch nicht lange in der Schüssel - JUNGS, was ist da los? Rauke statt Nacken?? Naja, beim Astra hat sich zumindest erwartungsgemäß der Pegel gehalten!

 

Der Norddeutsche isst keinen Honig, er kaut Bienen!

 

Der Norddeutsche schafft es 20 Pfund Rindersteak in einer Stunde zu essen, die ersten 45 Minuten hatte er +++ mit der Kellnerin.

 

Feiern tun die Gäste f(F)este!

Wer kräftig spielt, darf kräftig feiern - und dies wurde nach einem groß angelegten Restaurationsprogramm der Damen auch getan. (War das eigentlich ein Föhn, oder eine Küchenmaschine?) Also frisch toupiert und palliettiert ging es mannschaftsweise in die sanitäre Abteilung, wo bei Schlagwörtern wie "Lipgloss" gemeinschaftlich versucht wurde, das "Hohe C" zu sprengen. Das misslang eine zeitlang, aber unsere Ohren vertragen auch nicht die Menge aller gängigen Schlagworte (und dank H. Klum gibt es derer viiiieeele!). Handelt sich wohl um eine Retro-Lipgloss-Hysterie... Da "es" sich schon nicht gesund anhörte, sah "es" aber dafür umso bezaubernder aus, und da Disco ja nicht mit dem Wort Konversation in direkter Verbindung steht - war das ja auch eher nebensächlich. Alors, en dance hieß es, und jawoll, das wollten wir wohl auch tun. Die Sportteam-Herren ließen sich nicht lumpen. Schick zurecht gemacht, Ed Hardy as can be - beeindruckende Sommerbräune - die Hütten sind wohl wahre Schönheitstempel und Wellnessoasen. So etikettiert warf man sich in das Partygetümmel - es wurde ausgiebig getanzt und das obwohl Tische und Bänke das freie, emotionale Tanzen schwer machte.

Diesmal wurde vor musikalischen Tellerrand-Geschichten (nicht alles, was zu hören ist, muss auch getanzt werden) ausdrücklich durch den DJ gewarnt - zeitweise kamen echte Heimatgefühle zum Hamburger Dom auf. Aber trotz musikalischer Wirrungen irgendwo zwischen AC/DC und Mickie Krause wurde der Saal kräftig gerockt.

Der lange Sonnentag ließ allerdings die Wasserballer ganz ungewohnt früh in die Federn verschwinden - alleine der Gedanke an den spielreichen Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machen würde, lag schwer im Kopf.

 

Gute Nacht, liebe Elbe,

Du stetiger dunkler Strom

schaukel uns im Schlaf vorbei

an Pauli, Hafen, Reepermacherei.

 

Schick mir einen Traum

von der Großen Freiheit,

mit der seuten Deern vom Tag

und der Stadt, die ich so mag

 

Lass mir die Sehnsucht vom Reisen und Meer,

dass ich auf einem Schiff gerne wär'

meine Liebste mich vermisst und um mich weint

hier wo über dem Fluß der Mond silbern scheint.

 

Nach einem Hauruck-Frühstück, das Vereinshaus hielt der nächtlichen Belagerung stand, gereicht von der lieben Herbergs-Crew, war die Nacht auch schnell vorbei. Der Kaffee tat, was ihm befohlen und früh summte der Schwarm des Sportteam-Aufbautrupps zum Freibad. Wo waren die Damen und wo war das Spielfeld. Die Verzögerung schien gnädig, es wurde auch erst das Aufbauen möglich, als alle Damen eingetroffen und warmgeschwommen waren. Es kam zum erwarteten ersten Tageshöhepunkt: Die Burgfräuleins spielten gegen das Sportteam auf und gewannen ritterlich gegen die Gastgeberinnen. Damit stand die erste interne Platzierung: Der vierte Platz für das Sportteam, der dritte Platz geht an die Burgfräuleins (Charlottenburg/Hamburg). Danach konnte in erneut strahlendem Sonnenschein jedes weitere Spiel besichtigt werden.

 

Der Haupt-Exportschlager des Norddeutschen ist Schmerz

 

Was soll ich schreiben: Das Sportteam belegte am Ende den sechsten Platz. Am Ende des Turniers waren aber alle, die noch dem Finalspiel zugeschaut haben, glücklich darüber, endlich aus der Sonne heraus zu kommen. Das Freibad glich temperaturmäßig schon einem süfamerikanischen Hochplateau - nirgends richtig Schatten, und viel viel Licht. Da macht ein Kater richtig Spaß, Glück denen, die es auf der vorangegangenen Party nicht allzu weit habens' kommen lassen! Neben also der katalogreifen Sommerkollektion an Boardshort und Shirts gab's also heuer auch aktuelle Kopfbedeckungen aller Art zu bestaunen.

 

Gott sagt: "Es werde Licht", der Norddeutsche sagt: "Sag bitte".

 

Und ja, die Siegerehrung fand im brennenden Sonnenschein statt - Stolberg gab früh auf, wegen der langen Reise auch kein Wunder. Nur Lautern musste bis zum dürren Ende der Preisverleihung warten, bevor auch unsere Freunde nach einem tapfer bestandenen Turnier endlich wieder nach Hause durften. Etwas zerzaust, etwas gepunked und ziemlich glücklich machten sich die Vehikel aus Gladbeck, Lautern, Kiel und Berlin auf den Weg gen Heimat. Das Aufräumen gestaltete sich mit so vielen Händen recht kurz und so verließen nicht lange nach unseren Gästen die Turnierstätte.

Das Turnier war schön, das Sportteam bedankt sich bei seinen Gästen für ein tolles Zusammentreffen und freut sich schon auf den nächsten Sonnenschein-Elbcup – Ihr seid doch alle wieder dabei, oder???

Vielen Dank an all die helfenden Hände, dem Herbergsteam, dem Orgateam, dem Auf/Abbautrupp, dem Kuchentresen und natürlich auch allen, die mit Kuchen und Salat ausgeholfen haben!

*Und*

Der Norddeutsche isst sein Knoppers schon um 8:30 Uhr!