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Pokalkampf gegen GHB

Geschrieben von Crabbe am . Veröffentlicht in News

Was erwartet man wenn man gegen eine Mannschaft antritt die nicht mehr in der 2. Bundesliga Nord gemeldet ist?

Ein einseitiges Spiel? Raffinierte Spielzüge? Situationen zum Zungeschnalzen?

 

Lest selbst.

 

Nimmt man die Ansetzung, GHB2 - Sport, dürfte es eine eindeutige Sache für uns werden.

Allerdings vergisst man dabei, dass sich GHB dieses Jahr zu einem historischen Schritt (so möchte man fast sagen) durchgerungen hat und seine 1. Mannschaft nicht mehr in der 2. Bundesliga Nord gemeldet hat.

Auch wenn ich den Schritt nachvollziehen kann, ist es ein ungewohntes Bild in den Spielansetzungen der Liga Nord kein Billstedt mehr zu lesen.

 "Welcome back Jungs in Hamburger Gewässern."

 

So wurde noch vor Beginn spekuliert auf welche Mannschaft man denn nun schlussendlich treffen würde. Ist es ein Mix aus 2. und Reserve 1. Mannschaft? Oder darf man sich den gestandenen Mannen aus der Liga Nord stellen?

Auch der Rückkehrer Nils Hyoma (ehm. Bertling) konnte den Nebel nicht entscheidend lüften und so blieb, zumindest für einige Minuten, die Hoffnung ein "leichtes" Spiel gegen den Billstedtmix bestreiten zu dürfen.

 

Spätestens als Sven Sethmann, Collin Herberger und Marco Hacker einliefen wurde diese Hoffnung zerstört. Auch die Äußerung von Michi "Die schnellen sehe ich noch ich nicht", sorgte nicht unbedingt für Hochstimmung.

Was soll´s, `wer ins Finale will, muss jeden schlagen´.

 

Für beide Mannschaften musste unbedingt ein Sieg her, wollte man sich eine Chance auf den Einzug ins Halbfinale erhalten; immerhin hatten beide ihr erstes Spiel verloren.

Entsprechend zahlreich waren dann auch beide Teams am Beckenrand vertreten. Das Sportteam war mit 13 Mann voll besetzt und konnte neben den Rückkehrern Nils Hyoma und Holger Feindt auch einen Neuling verbuchen - Tobias Drechsler. 

Die Mannschaft von GHB war mit 12 Mann nicht weniger stark besetzt.

 

Dass die Schiedsrichter kurzfristig das Sofa der Halle vorzogen, sorgte für einiges Unwohlsein und Diskussionen auch nach dem Spiel. Ich glaube aber rausgehört zu haben, dass keine der beiden Seiten übermäßig bevorteilt wurde.

Danke an Thorsten Wigger und Holger Feindt, die alles gegeben haben.

 

Das erste Viertel wurde dann auch mit einiger Verzögerung angepfiffen.

Die schnellen Arme und der leichte Körper von Marco Schneider bescherten uns den ersten Ballbesitz und der Kampf konnte beginnen.

 

Den besseren Start erwischten wir und konnten uns nach gut einer Minute mit einer 2:0 Führung in Front bringen.

"Halten, Jungs, halten".

 

Das Spiel glich den vielen anderen, wo ein koordinierter Aufbau, gefolgt von einem ruhigen Passspiel über hinten, den Abschluss über den Center zur Folge hatte. Wie bei diesen Spielen üblich gibt es Hinausstellungen und so gehörte auch die dritte Aktion dem Sportteam, wenn auch eher negativ. Die Folge war der Anschlusstreffer für GHB durch Heiko Kiehnert.

 

Ab hier war es ein offener Schlagabtausch, der ein kräftezehrendes Spiel erahnen lies.

Keine der beiden Seiten konnte sich entscheidende Vorteile verschaffen, was sich in 8 Aktionen und einem Zwischenstand von 3:4 wiederspiegelte.

"Lasst sie nicht ins Spiel kommen."

 

Das zweite Viertel war da schon eine andere Hausnummer und sorgte für ersten Unmut. Die Kämpfe wurden härter, die Rufe Richtung Schiri lauter, das Tempo legte zu und mit 13 Aktionen in 8 Minuten war es das schreibwütigste.

Hier zeigte sich, dass in der Liga Nord anders gepfiffen wird und man mehr für den Ball tun muss. Nur den Kopf kurz ins Wasser tauchen bringt keinen Freiwurf, keine Hinausstellung oder den Gegner dazu zurück zu stecken. Du musst arbeiten. Du musst kämpfen. Und vor allem musst Du gucken.

 

Auch das zweite Viertel konnte mit unserem Ballbesitz beginnen, wenn auch Collin den ersten Treffer verbuchen durfte und den zweiten und letzten Ausgleich des Spiels erzielte (neben dem 0:0 vom Anpfiff ;) ).

Ob das die Zündung für mehr Einsatz, für bessere Kombinationen und mehr Action vorm gegnerischen Tor war, mag ich im Nachgang nicht mehr beurteilen. Es war einfach so. Unsere neue Trainigsstrategie scheint aufzugehen - Bewegung bringt doch Vorteile.

 

Trotzdem, Billstedt ist ein harter Gegner. Sie sind fair, aber hart am Mann. Sie bringen mit ihren "Schwergewichten" deutlich mehr Masse ins Wasser, was sich beim schwimmen aber nicht unbedingt bemerkbar macht.

Ball hinten rum, Center anspielen oder durch blocken den freien Mann erzeugen und das Tor einklinken. So könnte man das Viertel zusammen fassen.

 

Wir konnten den gewährten Platz deutlich effektiver nutzen, als noch gegen Zweieinhalbte und ein ums andere mal den Ball einnetzen und uns so mit 4 Toren absetzen.

Wir spielten stark, wurden aber auch in der Abwehr gefordert und sahen uns den Unterzahlspielen 2 und 3 gegenüber. Allein Billstedt verstand es nicht, ihre starken Center richtig ins Bild zu setzen und zu punkten.

Ob das am Schiri lag oder hier doch Unstimmigkeiten der Faktor war, bleibt offen. Wer aber noch das Spiel um Platz 3 im letzten Pokal vor Augen hat, wird sich erinnern, dass der Billstedter im Allgemeinen, das Wort "aufgeben" nicht im Wortschatz führt.

"Sie spielen jetzt auch Press, wir müssen uns NOCH mehr bewegen."

 

In der Halbzeitpause durfte sich Holger die Pfeife in den Mund stecken und das Spiel von außen leiten. Der Halbzeitstand von 8:10 spiegelt das ausgeglichene Spiel wieder.

Wir waren die etwas bessere Mannschaft und so geht der Vorsprung in Ordnung.

 

Es ist schade dass mir die Worte fehlen, dieses Spiel in seiner Pracht wiederzugeben. IHR HÄTTET DABEI SEIN MÜSSEN.

War es bisher umkämpft, wurde es jetzt verbissen. Und damit meine ich den positiven Aspekt des Wortes. (Was, so einen gibt es? )

 

Ja, den gibt es. Es wurde noch mehr gekämpft, noch mehr am Mann gearbeitet, noch mehr `sich bewegt´, sich nichts mehr geschenkt. Wer sich fragt, warum muss ich zum Training, hätte hier die Antwort gefunden.

Wir schreiben das dritte Viertel und so mancher wünschte sich, danach wäre Schluss. So kam der Ausruf am Ende desselbigen "Schiedsrichter und Gegner, gut ...." doch ein wenig überraschend, sorgte aber dennoch für einen Schmunzler.

 

Kurz die Zahlen dazu:

- 3 Tore für GHB und 4 für Sport (unglaublich, wieder ein Viertel für uns)

- 3 Hinausstellungen; 2 für GHB und 1 für Sport

- 3 Strafwürfe; 2 für GHB und 1 für Sport (Ja Hacker, neben dem Schützen stehen (normal) zwei Verteidiger und keine Angreifer. :) )

"Weis einer wie es steht? Egal. Weiter Leute, packt die zweite Lunge aus."

 

Unter diesem Motto stand die Ansprache zum letzten Viertel.

Wir hatten eine Chance und wollten sie keinesfalls leichtfertig vertun. So musste mehr Ruhe ins Spiel und eine routinierte Truppe ins Wasser. Da aber mittlerweile wohl jeder ziemlich entkräftet war, wurde auf beiden Seiten fleißig gewechselt und die 6 Tore ließen auch genug Möglichkeit dazu.

 

Die Intensität aus dem dritten Viertel wurde mit ins letzte genommen und lediglich durch den einen oder anderen Konter etwas aufgelockert.

Während wir unsere Tore aus dem Spiel und der Bewegung heraus erzielten, setzte sich GHB jetzt auf dem Center durch und spielte ihre dortige Stärke aus.

 

Das letzte Viertel ging mit 3:3 ausgeglichen aus und bescherte uns den Sieg. Mit diesem 17:14 haben wir uns die Tür ins Halbfinale offen gehalten.

Im letzten Vorrundenspiel werden wir auf unseren Dauerrivalen Elmshorn treffen, der es die letzten Male immer verstanden hat, sich in letzter Sekunde erfolgreich durchzusetzen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein umkämpftes, ausgeglichenes und gutes Pokalspiel war. Beide Mannschaften waren auf Sieg eingestellt und haben nach Kräften dafür gesorgt diesen zu erreichen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem gewohnt sicheren Armin zwischen den Pfosten, waren wir die leicht bessere Mannschaft und haben das Spiel zu Recht gewonnen. 

Ich freue mich schon auf das Rückspiel in der Oberliga, wenn es wieder heißt "möge der bessere gewinnen".

 

"Wir sehen uns."

 

Ich hoffe es ist Dir, als liebenswerter Leser, eine Lehre, kein Pokalspiel von uns zu versäumen. Wieder einmal sind wir über uns hinausgewachsen und haben gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist.

Ich verbleibe und hoffe auf Eure Unterstützung am 26.03. um 20 Uhr in Wilhelmsburg, wenn wir Elmshorn bezwingen. (Es wird eng und interessant werden!)

 

Euer Crabbe