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Finale oder Wasserballtag 2011

Geschrieben von Crabbe am . Veröffentlicht in News

Herzlichen Glückwunsch an alle die es gestern aufs Treppchen geschafft haben!

 

Vielen Dank an alle die sich gestern ob des schummrigen Wetters doch im Olloweg eingefunden haben. Danke an alle die uns die Daumen gedrückt haben. Und Danke auch an "Two and a Half" für das sehr faire Zurückhalten.

 

 

Wir können stolz sein, als einzige Mannschaft derart erfolgreich auf dem gestrigen Wasserballtag erwähnt worden zu sein:

Meister der Masters

Meister der Stadtliga

Dritter der Oberliga

und (leider nur) Zweiter im Hamburger Pokal.

 

Über alles kann man festhalten, dass das Sportteam in der Saison 2010/2011 wohl die erfolgreichste Saison seit langer Zeit abgeliefert hat.

Vielen Dank an alle Aktiven, `Passiven´ und Daumendrücker - es geht nur gemeinsam. Lasst uns diesen Erfolg mit in die neue gerade begonnene Saison nehmen.

 

Genug geschwafelt, kommen wir zu den gestrigen Spielen. :)

 

Im Spiel um den dritten Platz standen sich gestern die etwas müde wirkenden Billstedter und die hungrigen Jungen vom HTB gegenüber.

Im Halbfinale hatte sich ja schon gezeigt, das sich HTB vor niemanden verstecken muss und durch schnelles Spiel überzeugen kann. Mit diesem Wissen begann die Partie und wurde schnell etwas einseitig.

Während HTB sich Chance um Chance herausspielte und so zu seinen Torerfolgen kam, konnte der GHB seine nicht nutzen. Ein zwischenzeitlicher Stand von 9:2 im dritten Viertel sah nach einer eindeutigen Angelegenheit aus. Vor allem da Billstedt den letzten Willen vermissen lies und unkonzentriert wirkte.

Auch ein zwischenzeitlich gegebener und verwandelter 5 Meter und dem erneuten Anschlusstreffer zum 10:3 verhieß eigentlich keine wirkliche Besserung.

Wer aber schon mal gegen den GHB im Wasser war, weis, dass sich die Mannschaft nicht aufgibt und bis zur letzten Sekunde kämpft. Großen Anteil daran hat Sven Sethmann der seine Kameraden immer wieder nach vorne peitscht, eine konzentrierte Leistung einfordert und entscheidende Tore einklinken kann.

 

Waren die ersten drei Viertel einseitig, so war es das letzte auch. Während HTB bereits in Bier- und Würstchenlaune war, in Gedanken schon unter der heißen Dusche stand, wollten sich die gestandenen Herren des GHB nicht geschlagen geben. Es begann eine Aufholjagd, die für ein gutes begeisterungswürdiges Spiel sorgte und die Zuschauer aus einer Lethargie hob.

Man konnte förmlich zu sehen, wie Billstedt konzentrierter, aggressiver, zielgerichteter und torgefährlicher wurde. Endlich kamen die Pässe dahin wo sie hin mussten. Endlich passten die Bewegungen zu den pfiffen der Schiedsrichter. Und endlich wurden Tore geschossen.

Während GHB ein ums andere mal den Erfolg für sich verbuchen konnte, wurde HTB hippeliger. Der schwer erkämpfte Vorsprung schmolz dahin. Jedes Tor wurde bejubelt und Billstedt weiter nach vorne gepeitscht, man hoffte auf ein Wunder.

 

An diesem Punkt wirkte der HTB ängstlich, unentschlossen, nervös. Man sah den Jungen richtig an, dass sie nach einem Führungsspieler schielten, der wieder das Heft in die Hand nahm. Einem der ihnen sagte was sie tun sollen. Die Anweisungen von Gregor Wilke vom Beckenrand verhallten auf halber Strecke - so kam es einem vor. Es fehlte kurz gesagt, die Routine, um eine derartige Situation locker zu überstehen.

Das Spiel wurde interessant und fesselte die Zuschauer auf die Sitze. Konnte Billstedt doch noch den Sieg davon tragen? Oder zumindest das 5-Meter schießen erzwingen? Daumen wurden gedrückt und Anfeuerungen laut.

Immer wieder stand jetzt Sven Sethmann im Mittelpunkt. Das Konzept schien einfach; Ball zu Sven und Tor. Wie gesagt die Pässe kamen an und die Bewegungen waren deutlich besser und wurden vom Schiedsrichtergespann immer wieder belohnt. Freiwürfe und 5-Meter wurden gefordert, gegeben und brachten GHB bis auf 2 Tore an HTB heran.

Auf der anderen Seite konnte HTB nicht an die vorherige Leichtigkeit anknüpfen und begann sich zu verstricken. Aus dem beweglichen Spiel wurde eine Statik, bei der sie körperlichen Tribut zahlen mussten. Freiwürfe aus 8 Metern wurden direkt genommen, während die anderen daneben lagen und zuschauten, wie wir am Beckenrand.

Billstedt spielte jetzt gewohnt ruhig und konzentriert, musste aber den 11ten Treffer hinnehmen. Die Hoffnung auf das Wunder war damit zerstört, auch wenn wieder auf 2 Tore verkürzt werden konnte.

 

Es war ein schön anzuschauendes Spiel mit einigen Leckerbissen. Einzig meckern kann man über die jeweilige Einseitigkeit, die es für den Zuschauer doch ein wenig fade hat wirken lassen. Das letzte Viertel tröstet ein wenig und lässt das Schmunzeln über den Patzer des Protokolls breiter werden. (Das Spiel dauerte 4 Minuten länger als angesetzt und bescherte dem GHB wohl erst die Aufholjagd.)

Das Resultat von 11:9 für den HTB spiegelt nicht ganz die Leistung des Spiels wieder, HTB war über weite Strecken einfach dominanter.

Herzlichen Glückwunsch an den HTB zum dritten Platz und vielen Dank dem GHB für das letzte Viertel.

 

 

In unserem Spiel um den Pokal wollten wir es, nach den Verpassten letzten beiden malen, wieder spannend machen und diesmal zu unseren Gunsten entscheiden.

Die Aufstellung war gut und mit 13 Mann waren wir voll besetzt. Wir nahmen uns vor, das Spiel variabel, aber zwingend zu gestalten und keine Kondition zu schonen.

 

Vorweg nehmen kann ich, das wir nicht ein Anschwimmen gewinnen konnten; was nicht am langen Feld lag.

Poseidon setzte deren Marschroute besser um, als wir es gemacht haben und konnte relativ zügig mit 3 Toren in Front gehen und das Spiel aus der gewohnten Position bestimmen. Auch unser Anschlusstreffer, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es diesmal echt schwer haben würden.

Von Anfang an fanden wir nicht ins Spiel, konnten unsere Chancen nicht nutzen oder den Gegner zu überhasteten Abschlüssen zwingen. Vielmehr zeichnete sich dasselbe wie im vorgehenden Spiel ab - eine Mannschaft dominant, überlegen; die andere Bemüht, aber leider nicht mehr.

 

Während Poseidon das Spiel in jeder Situation bestimmte und nach belieben dirigieren konnte, fehlte es uns an allem. Der Wille den Ball "einfach nur rein zu machen" war nicht da. Die Bereitschaft für jeden einzelnen mit zu kämpfen und alles zu geben, lag auf dem Sofa zuhause. Die Leichtigkeit mit der Pässe gespielt werden müssen, lag bleiern auf unseren Schultern. Zu dem Pech in unseren Abschlüssen, kam das Glück bei Poseidon dazu.

Wir waren echt bemüht und Poseidon machte es uns leicht. Wir durften uns aufbauen wie wir wollten, durften innerhalb des Kreises den Ball "laufen lassen", nur der Center hatte kein `leichtes Leben´. 

Es mag komisch klingen, aber in engen Spielen, machst Du gegen 2,5te nicht einen Meter ohne Gegner, keine Ballannahme ohne Hand am Körper - Du musst um jeden Meter, jeden Ball, jede Chance kämpfen. Hier zogen sie sich förmlich zurück, ließen uns Raum. Wir durften sogar teilweise ungehindert schießen.

 

Ich würde gerne von einem Aufbäumen, einem Kampf und vielen tollen Situation schreiben. Von einem Spiel bei dem sich jeder wünscht nicht nur am Beckrand gestanden oder gesessen zu haben. einem Spiel das in die Historie eingeht, als das erste regulär verlorene von "Two and a Half" hier in Hamburg.

Sorry, aber all das ist leider nicht eingetreten.

 

Wir hatten Chancen, wir wollten und wir versuchten alles um dagegen zu halten - zumindest theoretisch. Aber was willst Du machen, wenn vorne das Metal etwas gegen Tore hat und auf der anderen Seite, das Wasser platz macht, damit der Ball reingeht. Du versuchst das Tor zu treffen, nur damit dieses beiseite geht. Du die obere Ecke anpeilst und der Ball nicht mal bis zur Linie fliegt.

Deprimierend wird es noch zusätzlich, wenn der Ball von der Hand an den Pfosten springt, nur um den Weg über den Hinterkopf doch ins Tor zu finden. Unser Torwart Bälle hält, die `normal´ drin sind, dann aber so dämlich abprallen, das der Nachschuss einem Abstauber gleich kommt. 

 

>>Das Glück ist dem Tüchtigen hold.<< Dieser Ausspruch trifft es vollends. Es reicht einfach nicht, nur zu wollen, willst Du gegen 2,5te bestehen. Du musst Wollen wollen und das hat uns gestern gefehlt.

 

So bleibt festzuhalten, das sich Poseidon bescheiden zurück gehalten hat und uns die Schmach einer deftigen Niederlage erspart hat (Endergebnis 6:16). Das Ergebnis geht in der Höhe mehr als in Ordnung und spiegelt die Überlegenheit des Europameisters der Master 30+ wieder. Vielen Dank an den Weitblick und das doch tolle und vor allem sehr faire Spiel. 

 

Vielen Dank an die vielen Fans (wir waren deutlich in der Überzahl), schade dass wir Eure Motivation nicht ins Wasser bringen konnten.

 

`Die Hoffnung stirbt zu letzt´ und so hoffen wir auf das nächste Pokalfinale.

 

Euer (deprimierter) Crabbe